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Ortsgeschichte - Teil 2

Bis 1221 liegen keine Urkunden mehr vor, die Auskunft über die weiteren Rechts- und Besitzverhältnisse geben können, doch bleibt die Vermutung, dass Gemünden bis zum Aussterben der Konradiner in deren Besitz blieb. In diese Zeit fällt offensichtlich auch die Erweiterung des Stiftsbesitzes durch den Enkel von Gebhard, Bischof Rudolf von Würzburg (892 – 908), die bis nach Battenfeld an der Eder, Biskirchen bei Weilburg und Lahr reicht. In die zweite Hälfte des 10. Jahnhunderts fallen noch weitere Besitzerweiterungen durch die Konradiner, wie z.B. in Gebhardshain. Dabei fällt auf, dass die Besitzerweiterungen allesamt in nördliche Richtung, in den Hohen Westerwald erfolgen. Die im hohen Mittelalter noch angewachsene Zahl der Güter verlieh dem Stift in Gemünden, in Verbindung mit der hinzugekommenen Reichsunmittelbarkeit, rechtlich eine starke und selbständige Position, die in dieser Form mit Sicherheit bis Ende des 12. Jahrhunderts erhalten blieb.

Mit dem Anwachsen der Macht der Stiftsvögte seit dem Ende des 12. Jahrhunderts und dem zunehmenden Verfall kaiserlichen Einflusses im Verlauf des 13. Jahrhunderts begann der Niedergang des Gemündener Stifts. In Nachfolge der Konradiner waren in der Zeit um 1190 die Herren von Runkel über die Grafen von Gleiberg und die Grafen von Leiningen durch Heirat in den Besitz der Vogtei Gemünden gekommen. Als Sitz der Stiftsvögte wurde noch im 12 Jahrhundert die 1209 zum ersten Mal erwähnte Westerburg erbaut. Eine der ältesten Urkunden aus dieser Zeit nennt 1221 Siegfried von Runkel als Vogt des Stiftes in Gemünden. Nach dessen Tod führt ein langwieriger Rechtsstreit nicht nur zur Teilung des runkelschen Herrschaftsgebietes in die Herrschaft Runkel und eine eigene Herrschaft Westerburg, sondern in der Folge auch immer wieder zu Streitigkeiten zwischen beiden Linien, in denen es vorrangig um die Vogteirechte über das Stift Gemünden ging. In der Folgezeit wurde von beiden Parteien versucht, über das Amt des Stiftpropstes, der auch im 13. Jahrhundert noch eine eigenständige Position innerhalb des Stiftes und gegenüber den Vögten besaß, zu mehr Einfluss zu gelangen.

Die ursprünglich vorhandene territoriale, wirtschaftliche und rechtliche Unabhängigkeit des Stiftes geht mehr und mehr verloren und endet mit der Aufgabe eines letzten Restes kaiserlichen Rechtes im Jahre 1336, als Kaiser Ludwig der Bayer Reinhard von Westerburg zubilligt, von nun an die Propstei in Gemünden mit einem Mann seiner Wahl zu besetzen. Damit ist die unumschränkte Machtposition der Herren von Westerburg endgültig besiegelt. Die Grablege der Westerburger Herren im Stift Gemünden im Bereich der beiden Querhausflügel und vor dem Hauptaltar setzt mit Beginn des 14. Jahrhunderts ein. Taten bei Gründung des Stifts noch zwölf Kanoniker dort Dienst, waren es jetzt nur noch vier. Am Ende dieser Entwicklung ist das Stift so verarmt, dass aus dem Vermögen kaum noch der Lebensunterhalt der Kanoniker, geschweige denn die Instandhaltungskosten für den Kirchenbau bestritten werden können.

Ortsgeschichte Ortsgeschichte - Teil 3